Der Tag beginnt früh. Um 4:30 Uhr klingelt der Wecker, die ersten Handgriffe folgen fast automatisch: Kaffee, Tasche, Auto. Das Ziel: die diesjährige UI5con – ein SAP-Community-Event, das nicht nur spannende Vorträge verspricht, sondern auch Raum für echten Austausch bietet.
Auf dem Weg sammle ich noch zwei Kollegen ein. Insgesamt stehen rund 280km Strecke an – doch die Vorfreude überwiegt. Gegen 8:40 Uhr erreichen wir das Gelände. Noch kurz eine Brezel auf die Hand und dann geht’s auch schon zur Keynote.
Im Anschluss folgen zwei interessante Vorträge, bevor es zum Mittagessen übergeht. Hier treffe ich zum ersten Mal persönlich auf die Mitwirkenden unserer Panel-Diskussion – ein Gespräch auf Augenhöhe, das direkt zeigt, wie wertvoll reale Begegnungen im beruflichen Umfeld bleiben.
Pünktlich um 13:50 Uhr beginnt unsere Panel-Diskussion. Für 45 Minuten widmen wir uns einem Thema, das uns alle im Alltag begleitet: der Frage, wie sich die Developer Experience mit SAPUI5 weiter verbessern lässt – technologisch, methodisch und gemeinschaftlich.
Der Austausch gliedert sich in vier zentrale Bereiche:
Was brauchen Entwickler:innen wirklich?
Der Alltag in SAPUI5-Projekten ist vielfältig – von Entwicklungsumgebungen über Frameworkkenntnisse bis hin zu fachlichen Anforderungen. Einig waren wir uns darin, dass neben soliden Grundkenntnissen vor allem gute Tools und eine klare Code-Strukturierung den Unterschied machen.
Onboarding: Einstieg erleichtern, Lernprozesse begleiten
SAPUI5 ist mächtig – aber auch komplex. Gerade für neue Kolleg:innen braucht es mehr als nur Dokumentation. Wir sprachen über den Bedarf an praxisnahen Tutorials, interaktiven Beispielen und besseren Community-Zugängen. Das Walkthrough-Tutorial wurde dabei als guter Einstieg hervorgehoben – mit Potenzial zur Weiterentwicklung durch mehr Interaktivität und realitätsnahe Szenarien.
Tools, Reuse und Automatisierung
Ein weiterer Aspekt war die Tool-Landschaft. IDEs wie VS Code, integrierte Debugging-Tools und CI/CD-Prozesse sind längst etabliert – dennoch bleibt Luft nach oben, gerade wenn es um standardisierte Entwicklungsprozesse geht. Auch die Wiederverwendung von Komponenten kam zur Sprache: Zwar sind Custom Controls weit verbreitet, doch der Austausch innerhalb der Community ist bislang eher die Ausnahme. Hier könnte gezielte Offenheit echte Mehrwerte schaffen.
Zukunft der Entwicklung: neue Technologien und der Einfluss von KI
Mit Blick nach vorn wurden auch Themen wie Web Components, Fiori Elements und die Rolle von KI in der Entwicklung diskutiert. Aktuell gilt KI eher als Assistenzsystem – hilfreich beim Generieren von Code oder beim Debugging, jedoch kein Ersatz für Erfahrung. Klar wurde: Die Kombination aus Tool-Unterstützung und tiefem Framework-Verständnis bleibt essenziell.
Die UI5con war für mich mehr als ein reines Fach-Event. Der offene Austausch, die Diskussionen auf Augenhöhe und der persönliche Kontakt zu anderen Entwickler:innen haben mir erneut gezeigt, wie wichtig Formate wie diese sind. Gerade die Panel-Diskussion hat mir Impulse gegeben – nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Art, wie wir als Community miteinander wachsen können.
Es geht längst nicht mehr nur darum, neue Features zu beherrschen. Es geht darum, die Entwicklung als Ganzes effizienter, nachhaltiger und menschlicher zu gestalten – durch bessere Tools, mehr Transparenz und gegenseitige Unterstützung.
Ich freue mich auf das nächste Event – und auf alles, was wir bis dahin gemeinsam weiterentwickeln.